Fortbildungen Kindergarten – Grundschule

Die Brünings beim Vortrag "Zwischen 2 Welten"

Die Brünings beim Vortrag "Zwischen 2 Welten"

Nur wer lebenstüchtig ist, kann auch medientüchtig werden

Medienexperten warnen vor Suchtpotenzial und plädieren für konsequente Begrenzung

 

Wie beeinflussen Medien unsere Kinder? Sollen bereits die Kleinsten Medien nutzen? Und was sollen Eltern beachten? Diese Fragen standen im Mittelpunkte des Vortrags „Zwischen zwei Welten – Kinder im medialen Zeitalter“ der Medienpädagogen und Filmemacher Astrid und Wilfried Brüning. 150 interessierte Eltern und Pädagogen kamen in die Aula der Carl-Schaefer-Schule in Ludwigsburg zum Vortragsabend der Bildungsregion Landkreis Ludwigsburg. Daniel Meyer, Leiter des Fachbereichs „Schulen und Kultur“ im Landratsamt Ludwigsburg, wies in seinem Grußwort auf die Wichtigkeit des Themas hin: „Medien nehmen immer mehr Einfluss auf das Leben unserer Kinder. Jeder kennt diese Situationen, wenn Kinder gebannt vor dem Fernsehen sitzen und nicht mehr ansprechbar sind oder wenn bereits Zweijährige über die Smartphones ihrer Eltern wischen.“

 

Die Eltern, Erzieher und Lehrer erlebten einen unterhaltsamen und informativen Abend. Das Ehepaar Brüning brachte seinen Zuhörern seine Botschaften zum Teil kabarettistisch und mit zahlreichen Praxisbeispielen nahe, in die auch das Publikum immer wieder eingebunden wurde. Ihre Botschaften ließen dennoch keinen Zweifel daran, wie wichtig das Thema ist. „Aufgeschlossen gegenüber neuen Medien zu sein und den Konsum seiner Kinder zu begrenzen – das passt sehr gut zusammen“, betonte Wilfried Brüning schon zu Beginn. „Nur so können unsere Kinder später über die Medien bestimmen, statt von ihnen bestimmt zu werden.“

 

Astrid Brüning überraschte die Zuhörer mit dem Beispiel der führenden IT-Experten im Silicon Valley, dem weltweiten Zentrum des digitalen Fortschritts. Es sei kein Zufall, dass sie ihren Nachwuchs bevorzugt auf Waldorfschulen schicken, wo die sinnliche und nicht die virtuelle Wahrnehmung im Mittelpunkt stehe. Bill Gates (Microsoft) oder der verstorbene Steve Jobs (Apple) hätten ihren Kindern weder den Besitz eines Smartphones noch die Nutzung von digitalen Spielen erlaubt, da sie davon überzeugt waren, dass ihre Kinder zunächst in der realen Welt lebenstüchtig werden müssten, um anschließend auch medientüchtig werden zu können.

 

Das Gefährliche an den digitalen Spielen sei, dass es für Erfolge dort nicht – wie in der realen Welt – Anstrengung, Ausdauer, Konzentration und den Umgang mit Frustration erfordere. Die digitalen Spiele seien so konzipiert, dass die unterschiedlichen Levels jedem schnelle Erfolge ermöglichen, die man wie bei einer Droge immer wieder erleben möchte. „Das körpereigene Belohnungssystem schüttet dabei sehr häufig und übermäßig viel Dopamin aus. Wenn ihr Kind ganz berauscht davon ist, das nächste Level erreicht zu haben, will es dieses Hochgefühl immer wieder haben“, warnte Brüning.

 

„Wenn schon Mediennutzung, dann bitte die aktive Mediennutzung und nicht der passive Medienkonsum“, plädierten die Brünings. Egal ob es das digitale Fotografieren und Nachbearbeiten von Fotos sei, das Anfertigen eines eigenen kleinen Films oder das Recherchieren zu einem Thema im Internet sei. Nur das eigene aktive und kreative Tun fördere die Entwicklung der Kinder positiv. Sie forderten die Eltern aber auch auf, ihren Kindern beim Entdecken der realen Welt wieder mehr Freiheiten und Vertrauen zu geben: „Früher steckte hinter jedem Baum ein Abenteuer, heute steckt hinter jedem Baum ein Elternteil. So gelingt es nicht Kinder für das Spielen im Freien zu begeistern.“

Die Brünings mit Herrn Schmitt und Herrn Meyer vom Landkreis Ludwigsburg

Die Brünings, Referenten mit Markus Schmitt, Bildungsregion Landkreis Ludwigsburg und Daniel Meyer, Leiter des Fachbereichs "Schulen und Kultur" im Landratsamt Ludwigsburg

2 Medien-Fortbildungen: „Smartphone, Tablet und Co(mputer)“ + „Bücher digital“

mit Silvia Bösl, Sozialpädagogin und freie Medienreferentin

 

Smartphone, Tablet und Co(mputer) – Digitale Welten entdecken, 06.02.2019

Bereits im Vorschulalter sind Kinder fasziniert von Apps, Online-Fernsehen und Webseiten. Neben vielfältigen Informationen, Unterhaltungs- und aktiven Gestaltungsmöglichkeiten bringen digitale Angebote, aber auch neue Herausforderungen mit sich.

Die Fortbildung gab einen Überblick über digitale Angebote für Kinder und stellte Methoden in den Mittelpunkt, mit denen Kinder in ihrer Medienkompetenz gestärkt werden können.

An Praxisstationen wurden ausgewählte Apps und Webseiten getestet und Ideen für die eigene Arbeit entwickelt.

 

Bücher digital – von der Vorlese-App zum eigenen eBook, 27.02.2019

Kinder lieben Geschichten! Diese wollen sie nicht nur vorgelesen bekommen und sich anschauen, sondern sich auch selbst ausdenken.

Im ersten Teil beschäftigten sich die Teilnehmer mit dem Einsatz von Vorlese-Apps. Silvia Bösl wies darauf hin, dass die Chancen im Erreichen von Kindern, die weniger gerne lesen und im Gestalten vielfältiger Sprachanlässe bestünden.

Im zweiten Teil der Fortbildung konnten die Teilnehmer ihr eigenes eBook gestalten. Denn mit Hilfe der App „Book Creator“ können bereits Kinder ohne Lese- und Schreibkompetenzen ein eigenes eBook erstellen.

Teilnehmerinnen des Workshops
Silvia Bösl mit Teilnehmerinnen des Workshops

Ziele der Fortbildungen und Vorträge zum Übergang vom Kindergarten in die Grundschule

 

Die Bildungsregion sieht es als wichtige Aufgabe an, Personen, die mit Kindern im Übergangsalter vom Kindergarten in die Grundschule arbeiten, gemeinsame Fortbildungen und Veranstaltungen anzubieten. Die gemeinsamen Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte aus Kitas, Grundschulen und für Tageseltern auf Landkreisebene sollen Fachwissen vermitteln und Austausch fördern.

 

Neue Fortbildungsreihe 2020

 

Eine  neue Fortbildungsreihe mit einem Vortrag wird aktuell von der Projektgruppe „Übergang Kindergarten – Grundschule“ geplant. Sie wird 2020 durchgeführt. Sobald die genauen Themen und Termine feststehen, werden sie auf dieser Seite veröffentlicht.

 

Fortbildungsreihe 2019: „Kinder und Medien“

 

06.02.2019      „Smartphone, Tablet und Co(mputer) – Digitale Welten entdecken“

27.02.2019      „Bücher digital – von der Vorlese-App zum eigenen eBook“

10.04.2019      „Wenn Kinder die Arena betreten: Wer hat Angst vor Clash Royale?“

22.05.2019      „Vortrag: Zwischen 2 Welten – Kinder im medialen Zeitalter“

 

Die Fortbildungen und der Vortrag wurden von den Teilnehmern positiv bewertet. Es wurde vor allem zurückgemeldet, dass sie sehr praxisorientiert waren, so dass die Teilnehmer viele Beispiele unmittelbar bei der Arbeit mit den Kindern umsetzen können.

 

Fortbildungsreihe 2017: „Flüchtlingskinder in Kindergarten und Grundschule“

 

01.02.2017      „Die Bedeutung von Zeichen – Symbolen – Piktogrammen in der transkulturellen Arbeit mit Kindern in der Kita und Grundschule“

22.03.2017      „Flüchtlingskinder in Kindergarten und Grundschule – Erfahrungen und Tipps aus der Praxis“

10.05.2017      „Kinder und Familien mit Fluchterfahrung verstehen“

03.05.2017      Lesung und Vortragsabend zum Thema „Flucht“ mit der bekannten Kinderbuchautorin Kirsten Boie

 

Fortbildungsreihe 2016: unterschiedliche Themen

 

24.02.2016      „Die Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung“

20.04.2016      „Der Übergangsprozess in die Schule aus Kinderperspektive“

 

Fortbildungsreihe 2015: unterschiedliche Themen

 

11.06.2015      Vortrag: „Toben macht schlau!?“

06.10.2015      Vortrag: „Gut ins Leben starten – Wie Kinder ihre Aufmerksamkeit, ihr Verhalten und ihre Emotionen bewusster steuern können“

02.12.2015      „Mein Kind zählt immer noch. - Na und, das gibt sich schon! Und wenn nicht?“